Münchhausen
Die Abenteuer des berühmten Barons von Münchhausen sind noch heute weltbekannt. Weniger bekannt ist, dass es sich bei dem legendären „Lügenbaron“ nicht um eine literarische Erfindung handelt, sondern um eine historische Persönlichkeit.
Vor über 300 Jahren, am 11. Mai 1720 wurde Hieronymus Carl Freiherr von Münchhausen hier in Bodenwerder geboren. Nur wenig Details aus Münchhausens Leben sind historisch belegt. Gemeinsam mit seiner Mutter und sieben Geschwistern wächst Hieronymus auf dem Gut seiner Eltern auf.
Mit 13 Jahren verlässt Münchhausen Bodenwerder, er dient zunächst als Page auf Schloss Bevern und später am Braunschweiger Hof in Wolfenbüttel. Im Dezember 1737 folgte der Baron von Münchhausen seinem Dienstherrn, dem Prinzen Anton Ulrich, nach St. Petersburg. Diese Reise durch das winterliche Russland taucht als Motiv in einigen von Münchhausens bekanntesten Geschichten auf, etwa in der vom Pferd an der Kirchturmspitze.
Im Baltikum lernt er seine spätere Ehefrau Jacobine kennen und heiratet diese 1744. Gemeinsam kehren sie 1750 wieder zurück nach Bodenwerder. Hier lebt er von nun an das typische Leben eines Landadligen. In geselliger Runde unterhält er Bekannte und Jagdgefährten mit seinen Geschichten. Für diese geselligen Abende lässt er 1763 eigens einen Pavillon errichten, die „Münchhausen-Grotte“ welche noch heute zu besichtigen ist.
Einsam, verbittert und mit dem Schmähtitel „Lügenbaron“ gebrandmarkt stirbt Münchhausen am 22. Februar 1797. Er wird in der Klosterkirche St. Marien Kemnade in Bodenwerder beigesetzt.
Münchhausens Anwesen in Bodenwerder ist bis heute erhalten. In seinem Geburtshaus befindet sich heute das Rathaus. In der sogenannten Schulenburg, dem ältesten Gebäude des Gutshofs, befindet sich heute das Münchhausen-Museum.





