Bisherige Preisträger
Bisherige Träger des Münchhausen-Preises
Im Jahre 1997 wurde der Kabarettist Dieter Hildebrandt geehrt. Die Laudatio hielt Prof. Dr. Walther Keim der damalige Leiter der Pressedokumentation im Deutschen Bundestag. Zur Würdigung Hildebrandts verwandelte Keim sich in den Freiherrn von Münchhausen und auch in den Jahren 1998 und 1999 fand er die passende Figur, um die Preisträger Völz und Schneyder ins rechte Licht zu rücken.
Wolfgang Völz, Seele und Stimme von "Käpt'n Blaubär"
Den Münchhausen-Preis im Jahr 1998 erhielt der Volksschauspieler Wolfgang Völz, Seele und Stimme von "Käpt'n Blaubär" (Foto). Mit seiner Persönlichkeit und seiner Stimme verleiht Wolfgang Völz der Figur des "Käpt'n Blaubär" einen unverwechselbaren Charakter, der nicht nur Kinder fasziniert und begeistert. Dem phantastischen Erzähltalent des historischen Münchhausen ist Wolfgang Völz alias "Käpt'n Blaubär" sicher ebenbürtig.
Mit der Verleihung des Preises 1999 hat die Stadt Bodenwerder das Lebenswerk Werner Schneyders als Kabarettist, Satiriker, Journalist, Moderator, Buchautor, Schauspieler, Sänger und Theaterregisseur geehrt.
Mit der Verleihung des Preises 2000 wurde ein Mann geehrt, der seine politische Tätigkeit stets mit großem sozialen Engagement vertreten und mit eindrucksvollem rhetorischem Talent vermittelt hat. Dieses Talent, verbunden mit der Fähigkeit, Herz und Humor in seine Inhalte einzubinden, hat die Ausstrahlung und die Überzeugungskraft von Norbert Blüm geprägt. Als Politiker verlor er trotz aller Rückschläge und notwendigen Zugeständnisse an die aktuelle Durchsetzbarkeit seine Visionen nie aus dem Auge, scheute auch nie davor zurück, das ganze Gewicht seiner Gefühle mit in die Waagschale der Auseinandersetzung zu werfen. Dies und eine bemerkenswerte Fähigkeit zur Selbstironie, die augenzwinkernd auf Hintergründiges verweist, machen ihn zu einem "realistischen Phantasten". Darin ist er dem Fabulierer Hieronymus v. Münchhausen ebenbürtig, dessen Erzählkunst ihn bereits zu Lebzeiten berühmt machte. In den letzten Jahren stellt Norbert Blüm als Autor von Erzählungen und Märchen sein Talent einmal mehr auch literarisch unter Beweis.
Mit der Verleihung des Preises 2001 will die Stadt Bodenwerder das Lebenswerk eines Mannes ehren, dessen Vielseitigkeit und Popularität seinesgleichen suchen dürfte. Ob als Journalist, Theater-, Film- und TV-Autor, vor allem aber als Satiriker: Kishon hat es wie kein anderer verstanden, sich mit Scharfblick und kritischem Augenmerk, mit manchmal bitterem Humor, Sinn für das Wesentliche und tiefgründiger Leichtigkeit weltweit in die Herzen seiner Leser zu schreiben. Besonders im deutschen Sprachraum werden seine in etwa 70 Büchern erschienenen Geschichten geschätzt, eine bemerkenswerte Produktion für einen Autor, der von sich sagt: "Ich bin kein Schriftsteller, ich bin nur ein Humorist". In 36 Sprachen übersetzt, belegt die Verbreitung seines Werkes, ebenso wie die der Geschichten des Baron von Münchhausen, dass es eine Form von Humor gibt, die keine kulturellen Grenzen kennt.
Mit der Verleihung des Preises 2002 will die Stadt Bodenwerder eine mehrfach ausgezeichnete Schauspielerin ehren, die in ihren Rollen auf Glaubwürdigkeit und Erkennbarkeit geradezu versessen ist. Sie zeichnet mit scharfer Kontur, scheut nicht den Kontrast, schreckt ggf. auch nicht vor Maske und Verkleidung zurück und schafft es stets, bei aller Vielfalt, einfach und ohne Anmaßung zu bleiben. Niemals würde sie eine Figur denunzieren oder, für schnelle Münze, der Lächerlichkeit preisgeben. Evelyn Hamanns Frauenfiguren wollen in der Regel nur eins; eine verloren gegangene Ordnung wieder herstellen, sie kämpfen um ihr Leben. Die Begegnung mit Victor von Bülow alias Loriot 1976 war der Beginn ihrer Film- und Fernsehkarriere. Die Serie "Loriot", die Kinofilme "Ödipussi" und Pappa Ante Portas" machen aus Evelyn Hamann und Loriot ein unverwechselbares Paar, das Kultstatus erreicht hat.
Mit der Verleihung des Preises 2003 will die Stadt Bodenwerder einen herausragenden Kabarettisten ehren. Seit 1975 ist er als Autor und Schauspieler für Theater und Kabaretts tätig, darunter vier Jahre lang als Mitglied der Münchner Lach- und Schießgesellschaft. So zufällig alles bei Bruno Jonas wirkt, nichts ist dem Zufall überlassen. Sparsam gesetzte Körpersprache, brillante Mimik und eine gewandte Sprachtechnik machen Kabarett bei ihm zu einem Fest der Sinne: Man braucht die Ohren, um seinen ausgefuchsten Wortspielereien genau zu folgen, die Augen, um seine Mimik zu genießen, und den Mund, um zu lachen. Den Tastsinn braucht man zum Klatschen und den Geschmackssinn, um zu begreifen, dass Jonas ein multimediales Erlebnis mit Tiefgang ist. Immer wieder spannt Bruno Jonas den Bogen von urkomisch, durch absolut authentisch dargestellte Alltagsszenen, zu kleinen oder größeren Seitenhieben auf gesellschaftliche Missstände oder Politiker.
Mit der Verleihung des Preises 2004 will die Stadt Bodenwerder einen Kabarettisten, Fernsehkomiker, Filmschauspieler, Seriendarsteller - seine Tätigkeiten sind vielfältig - ehren. Zu DDR-Zeiten gehörte Wolfgang Stumph zur ersten Garde der Kabarettisten, zu jenen Wortjongleuren, die ihre Botschaft hinter dem gesprochenen Text verstecken konnten. Schon damals war er eine "Kultfigur", ein Meister der subtilen Veräppelung des real existierenden Sozialismus. Wolfgang Stumph gehört zu den ostdeutschen Künstlern, deren Karriere auch nach der Wende weiterging und die heutzutage zu den gesamtdeutschen Fernsehlieblingen gehören. Sein zweiter Blick auf die scheinbar normalen Dinge des Lebens verleiht seinen Figuren und Charakteren Originalität, Witz und Nachdenklichkeit. Wer Millionen Menschen begeistert sollte gerade im Licht des Erfolges nicht vergessen, wo seine Wurzeln liegen, wo er herkommt und wem er sich verbunden fühlt. Auch das sind Maximen Wolfgang Stumphs, die ihm viel Sympathie einbringen, die ihm vor allem aber ein inneres Anliegen und eine Verpflichtung sind.
Den Münchhausen-Preis 2005 erhielt Rudi Carrell. Eigentlich Rudolf Wijbrand Kesselaar, am 19. Dezember 1934 in Alkmaar (Holland) geboren, wurde das Showgeschäft in die Wiege gelegt. Vater Kesselaar, Künstlername Andre Carrell, verdiente den Familienunterhalt bereits im Showbusiness und der junge Rudolf fiel nicht weit vom Stamm. Zwar gab es in seinem Lebenslauf auch die kurze Phase eines "normalen" Bankjobs, doch bereits 1953, gerade 19 Jahre alt, stand Rudolf auf der Bühne und machte alles für den Applaus: von der Zauberei bis zur Bauchrednerei reichte sein Können und für die Kleinen spielte er Kasperltheater.
Im Jahr 2006 wurde Dr. Günter Willumeit mit dem zehnten Münchhausen-Preis ausgezeichnet. Donnernder Applaus, Standing Ovations, lautstarke Zugabe-Rufe - der Saal im Gasthaus Mittendorf bebte. 1200 begeisterte Zuschauer feierten Dr. Günter Willumeit, genossen einen überaus kurzweiligen und amüsanten Abend. Der Münchhausen-Preisträger 2006 ließ sich nicht lumpen, schritt erneut ans Mikro und legte nach.Über eine Stunde lang zog der beliebte Humorist und Entertainer alle Register seines Könnens, verblüffte als unglaublich vielseitiger Stimmenimitator und glänzte als virtuoser Witzeerzähler. Willumeit alias Bauer Piepenbrink erntete heftige Lachstürme, selbst die Prominenz bog sich vor Lachen, schlug sich vergnügt auf die Schenkel.
Der Münchhausen-Preisträger des Jahres 2007 ist Tony Marshall. Tony Marshall lässt mit Leichtigkeit den Funken aufs Publikum überspringen, hat mit 69 Jahren noch so viel Power, wie ihn sich manche Jugendliche wünschen würden. Seine Fangemeinde ist enorm.
Gut, besser, von der Lippe – rund 1500 Besucher, darunter zahlreiche Ehrengäste aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung, erleben im Gasthaus Mittendorf einen glänzend aufgelegten Bühnenprofi, feiern den Tausendsassa mit stehenden Ovationen, um wie selbstverständlich noch eine Zugabe zu ernten. Mehr als eine Stunde strapaziert der frisch gekürte Münchhausen-Preisträger mit sichtlichem Vergnügen das Zwerchfell des Publikums, lästert über prominente Politiker, philosophiert – natürlich – über die deutsche Sprache, streut Botschaften aus parallelen Universen in Form einer kleinen Lesung aus seinem Buch „Sie und Er“ („wussten Sie, dass ich schon sieben Bücher geschrieben habe?“) ein und präsentiert einen Auszug aus seinem aktuellen Bühnenprogramm „Das Beste aus 30 Jahren“.
Münchhausen-Preisträger des Jahres 2009 ist Emil Steinberger. "Emil", der in den 70er Jahren in Deutschland´s Wohnzimmern richtig bekannt wurde, dankte den über 1.000 Besuchern im Gasthaus Mittendorf in Buchhagen mit den Worten: "Dieser Preis passt zu mir!" für die Auszeichnung. Anschließend gab er unter ständig anhaltendem Gelächter einige seiner berühmten Nummern zum Besten. Und das Publikum dankte es ihm mit stehenden Ovationen.
Im Jahr 2010 ging der Münchhausen-Preis an Dr. Götz Alsmann. Herbert Bröckel übernahm als Kuratoriumsmitglied der Stiftung Sparkasse die Begrüßung. Wortgewandt und unterhaltsam verstand es Bröckel, Wahrheit und Lüge zu definieren, zog den Bogen zum Baron von Münchhausen – der fälschlicherweise als Lügenbaron bezeichnet werde – und erläuterte, dass in Anlehnung an die Fabulierkunst des Barons dieser Preis vergeben werde. „Sie sind ein Akrobat der Sprache, ein exzellenter Moderator, humorvoller Entertainer und Musiker, ein umtriebiger Tausendsassa, unterhalten humorvoll und intelligent und verletzten niemanden mit Ihren Worten", lobte Bröckel Dr. Götz Alsmann.
Im Jahr 2011 erhielt Dr. Eckart von Hirschhausen den Münchhausen-Preis. Als Kabarettist, Autor und langjähriger Freund umriss Vince Ebert in seiner Laudatio den Werdegang Eckart von Hirschhausens. „Er ist auch mein Regisseur“, sagte der Laudator. Wie man sich das vorstellen kann? „Er guckt über meine Texte und schmeißt alles, was nicht originell und lustig ist, raus!“ Und dass nicht sein Freund Eckart der Erfinder des Wissenschaftskabaretts ist, sondern der Baron von Münchhausen, das erstaunte dann doch die Zuhörer. Aber, sagte Ebert, genau wie Münchhausen habe auch Hirschhausen Spaß daran, um die Ecke zu denken, die Menschen mit seinen Geschichten zu verblüffen und zum Nachdenken anzuregen.
Mit dem 16. Münchhausen-Preis wurde Herman van Veen ausgezeichnet. Thomas Greef, Vorstand der Stiftung Sparkasse Bodenwerder, die für die Ausrichtung des Festaktes Verantwortung trägt, begrüßte van Veen denn auch als einen „Universalkünstler, einen liberalen und weltoffenen Humanisten“, der die Menschen mit seinen Darbietungen zum Lachen und zum Nachdenken bringt. Als einen Künstler, der bereits 1977 mit seiner Fernsehserie „Die seltsamen Abenteuer des Herman van Veen“ seine Visitenkarte für eine Berechtigung zum Erhalt des Münchhausen-Preises abgeliefert habe, so Greef.
Im Jahr 2013 erhielt Frank Elstner den Münchhausen-Preis. Dass Frank Elstner mit seiner Normalität, seinem Respekt im Umgang mit den Menschen, seiner Innovationsfreude und seiner Unterhaltungskunst der perfekte Preisträger ist, das wusste Thomas Greef äußerst kurzweilig und unterhaltsam darzulegen. Eindrucksvolle und nachdenklich machende Worte fand der Stiftungsvorsitzende aber auch für das Leben auf dem Lande, das sicher Nachteile, aber ganz viele Vorteile habe. „Wir können richtig gut sein, das sollten wir nicht vergessen, sondern beweisen.“
Als Komiker „Didi“ hat er in 40 Jahren deutsche Fernsehgeschichte geschrieben. Anfang Mai 2014 ist der 78-Jährige für seine Hauptrolle im Kinofilm „Sein letztes Rennen“ mit dem Deutschen Filmpreis als bester Schauspieler mit der „Goldenen Lola“ ausgezeichnet worden. Gestern Abend bekam Dieter Hallervorden im Gasthaus Mittendorf von Bodenwerders Bürgermeisterin Elke Perdacher den „Münchhausen-Preis 2014“ verliehen.
Im Jahr 2015 erhielt Annette Frier den Münchhausen-Preis. Es war wieder das glanzvolle Ereignis für Bodenwerder: Zum 19. Mal wurde im Mittendorf-Festsaal in Buchhagen der Münchhausen-Preis vergeben. Diesmal an die Schauspielerin und Komikerin Annette Frier, Fernsehzuschauern bekannt als Danni Lowinski oder als Vivi aus Erfolgsserie „Hinter Gittern“.
Mit Dieter Nuhr wird im Jahr 2016 ein Preisträger geehrt, der sowohl für seinen feinsinnigen Humor als auch für seine kritischen, politischen Betrachtungen bekannt ist. Dieter Nuhr ist jedoch nicht allein als Kabarettist, Moderator oder Comedian erfolgreich; auch seine Bücher avancieren regelmäßig zu Beststellern. Der Wahl-Düsseldorfer ist im Übrigen der einzige deutsche Künstler, der sowohl den Deutschen Kleinkunstpreis in der Sparte Kabarett als auch den Deutschen Comedypreis erhalten hat, was seine Position als stetigen Grenzgänger zwischen beiden Genres positiv unterstreicht.
Christoph Maria Herbst zeichnet sich als Preisträger des 21. Münchhausen-Preises durch seine vielfältigen sehr markanten Rollen aus. So steht er in einer Reihe mit vielen der bisherigen Preisträger. Der 1966 in Wuppertal geborene Schauspieler schloss zunächst seine Ausbildung als Bankkaufmann ab, bevor er sich für die Schauspielerei entschied. Es folgten Theaterengagements u. a. am Stadttheater Bremerhaven, am Metropoltheater München und am Hebbel Theater Berlin. Hauptrollen und markante Nebenrollen spielte Christoph Maria Herbst u.a. in den Kinofilmen „(T)Raumschiff Surprise“-Periode 1, sowie „Aus der Tiefe des Raumes“.
© Janine GuldenerPreisträger des Jahres 2022 ist Andreas Rebers. Geboren 1958, wuchs Andreas Rebers im niedersächsischen Westerbrak auf, wo er mit der Stimmungskapelle „Los Promillos“ auf Schützenfesten, Feuerwehrvergnügen und Vereinsfesten sein erstes musikalisches Bestätigungsfeld fand. Während des späteren Studiums an der Uni in Hannover ergaben sich erste Kontakte zur freien Theaterszene und zum Kabarett. 1984 – 1988 studierte er bei Thomas Aßmus Akkordeon. 1989 wurde er Musikalischer Leiter des Schauspiels am Staatstheater Braunschweig. Rebers ist Autor von Chansons, Liedern und Kabarettprogrammen, sowie Komponist von Bühnen- und Schauspielmusiken und Buchautor. Engagements führten ihn nach Hannover, Braunschweig, Krefeld, Basel, Zürich und München. Kabarettgastspiele absolvierte er im gesamten deutschsprachigen Raum. 1997 – 1999 ist er Mitglied der Lach- und Schießgesellschaft. Deutschlandtouren, Radiofeatures, Mitwirkung in Roglers Freiheit, Satirefest und Dieter Hildebrandts Scheibenwischer
© Helge SchneiderHelge Schneider, Preisträger des Jahres 2022, ist ein deutscher Musiker, Unterhaltungskünstler, Komiker, Kabarettist, Schriftsteller, Film und Theaterregisseur und Schauspieler. Bekannt wurde er durch Bühnenauftritte, in denen er Klamauk und Parodien mit Jazzmusik verbindet. Ein entscheidendes Element seiner Arbeit ist die Improvisation.







