Kloster Amelungsborn

Das Kloster Amelungsborn wurde 1135 in der ersten Blütezeit des Zisterzienserordens gegründet. Neben Kloster Loccum (gegr. 1163) ist es das einzige evangelische Männerkloster auf deutschem Boden mit ununterbrochener Tradition. Als Mutterkloster von Doberan in Mecklenburg trug Amelungsborn zur Ausbreitung des Ordens in den deutschen Ostprovinzen bei. Um 1280 lebten in Amelungsborn: 50 Chormönche und 90 Laienbrüder. Nach Annahme der Reformation im Jahre 1568 wurde eine höhere Knabenschule mit Internat eingerichtet, die 1760 nach Holzminden verlegt wurde (heutiges Campe-Gymnasium). Gleichwohl hielt der Konvent lange am klösterlichen Stundengebet fest. Seit 1655 war der Abt zugleich Generalsuperintendent des Braunschweigischen Weserdistrikts mit Sitz in Holzminden. Zwar löste sich nach 1806 in den napoleonischen Wirren der Konvent auf, das Abtsamt blieb aber bestehen.

Kloster Amelungsborn

Es fiel 1837 an Wolfenbütteler Konsistorialräte und war seit 1912 wegen der politischen Verhältnisse im Herzogtum Braunschweig vakant. Die in den letzten Kriegstagen 1945 stark beschädigte Klosterkirche konnte in den Jahren 1954-1959 restauriert werden und noch erhaltene Klostergebäude wurden nach und nach bewohnbar gemacht. Nach Inkrafttreten des Niedersächsischen Staatsvertrages von 1955 fiel der in der napoleonischen Zeit säkularisierte Klosterbezirk wieder an die Kirche. Mit Christhard Mahrenholz wurde 1960 ein neuer Abt bestellt. Er berief einen Konvent und gründete die Laienbruderschaft der Familiaritas. Seitdem ist das Kloster auf dem Odfeld die Heimat der klösterlichen Familie aus Abt, Konvent und Familiaritas, einer Bruderschaft, die sich dort regelmäßig zu Einkehrtagen versammelt. Durch eine Führung sind die Besonderheiten der Kirche und Anlage (spätromanisch-gotisch) gut nachvollziehbar. Ein Kräutergarten, der nach Anlagekriterien und mit Pflanzen gestaltet ist, wie sie in Quellen des 9.-16. Jh. überliefert sind, macht den Aufenthalt noch reizvoller. Die klösterliche Gemeinschaft wird durch einen ökumenischen Frauenkreis und Arbeitsgruppen für die Kirchenpädagogik und den Klostergarten bereichert.

Besuche der Klosterkirche, der Klosteranlage und des Klostergartens sind jederzeit möglich. Führungen werden auf Anfrage gerne durchgeführt.






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