Historische Sehenswürdigkeiten

Die Münchhausenstadt Bodenwerder heißt Sie herzlich Willkommen und lädt Sie zu einem kleinen Stadtrundgang ein.

Münchhausen-Geburtshaus

Das Münchhausen-Geburtshaus, in welchem sich heute das  Rathaus der Münchhausenstadt Bodenwerder befindet, wurde 1603 - 1609 erbaut. Es ist eine der Erinnerungsstätten an den großen Sohn der Münchhausenstadt Bodenwerder. Dort ist Hieronymus Carl Friedrich Freiherr von Münchhausen am 11. Mai 1720 geboren und am 22. Februar 1797 verstorben. Hier verbrachte er ein Teil seiner Kindheit, bis er dann seinen Militärdienst begann. Mit 30 Jahren kehrte er zurück nach Bodenwerder und verbrachte hier seinen Lebensabend. Das Geburtshaus ist ein dreigeschossiger, sehr stattlicher Bau. Über der Tür des Hauses hat Münchhausens Vater -  Georg Otto von Münchhausen – in Sandstein das Familienwappen, die eigenen Initialen und die seiner Frau und den alten Münchhausen-Wahlspruch „Mine Borg ist God“ eingemeißelt. Seit 1936 ist das Münchhausen-Geburtshaus Eigentum der Münchhausenstadt Bodenwerder und dient als Rathaus.

 Brennereihaus

Das Brennereihaus wurde 1720 von Münchhausens Vater - Georg Otto von Münchhausen - erbaut. Es ist eine weitere Erinnerungsstätte an Hieronymus Carl Friedrich Freiherr von Münchhausen und seiner Familie. Sie heißt bei den alten Bodenwerderern noch heute der „Brennove“ für die Brennerei. In den Akten über die Gutsauflösung wird es auch „das Brennhaus“ genannt. Das Erdgeschoss besteht aus massivem Bruchsteinmauerwerk. Die Westseite zur Straße „Im Hagen“ des Gebäude war ursprünglich ein Teil der Stadtmauer. Heute ist diese mit drei Fenstern in Sandsteinwänden versehen. Über dem Türsturz des Haupteinganges befindet sich die Inschrift: Georg Otto von Münchhausen / Sibylle Wilhelmine von Reden  / Anno 1720. Das Gebäude hat ein Satteldach und eine Dacheindeckung mit Wesersandsteinplatten. Heute befindet sich in der ehemaligen Gutsbrennerei der Familie Münchhausen die Tourist-Information.

Münchhausen-Brunnen mit dem ½ Pferd

Der Münchhausen-Brunnen mit dem ½ Pferd entstand 1962/1963 im Park des Münchhausen-Gutshofes. Die Brunnenanlage wurde von Bruno Schmitz anlässlich der 675-Jahrfeier gefertigt und ist aus Wesersandstein hergestellt. Das Pferd und sein Reiter Münchhausen sind aus Bronze entstanden. Er stellt eine Anekdote aus dem Türkenkrieg dar, als Münchhausen seinen „halben“ Litauer am Marktbrunnen zu Oczakow trinken lässt. Hier ein kleiner Einblick in die Geschichte: Münchhausen ritt mit seinem Pferd durch das Festungstor des Feindes, als dieses plötzlich hinunter fiel und das Pferd halbierte. Mit dem Vorderteil ritt Münchhausen dann zum Marktbrunnen und lies es dort trinken. Als er dem Pferd einen Klaps geben wollte, bemerkte er erst, dass das Hinterteil fehlte. Das Wasser, was das Pferd soff, floss hinten wieder hinaus. Das Hinterteil des halben Pferdes finden Sie am Dampferanleger an unserer Weserpromenade. Weitere Geschichten finden Sie im Münchhausen-Museum.

 Münchhausen-Grotte

Die Münchhausen-Grotte wurde 1763 nach dem Siebenjährigen Krieg vom Freiherrn von Münchhausen am Hopfenberg erbaut. Zu Zeiten von Münchhausen ragte das zweistöckige Grottenhäuschen, das an den Hang angelehnt ist und zwischen Weideflächen lag, über die Kronen der jungen Bäume hervor. Heute erscheint es fast so als wäre die Grotte ein Stück des bewachsenen Hopfenwaldes. Das Besondere an der Münchhausen-Grotte ist die ländliche Schlichtheit, die mit sparsamen Elementen, wie z.B. die steinerne Inschriftenplatte mit ihren Verzierungen oder die beiden Figuren, die auf der vorderen Eingangsseite zu sehen sind, versehen ist. Die linke Figur stellt Herkules und die rechte Venus dar. Hier fabulierte Münchhausen im Kreise seiner Jagdgäste seine weltberühmten Abenteuer. Die Grotte gehörte zum Münchhausen-Gutshof mit seinem Geburtshaus, der Brennerei und der Schulenburg, welches heute zum Münchhausen-Museum umgebaut wurde. Im Museum erhalten Sie weitere Informationen über die Münchhausen-Grotte und das Leben des Hieronymus Carl Friedrich Freiherrn von Münchhausen. 

Münchhausen-Museum

Das Münchhausen-Museum befindet sich in der um 1300 erbauten „Schulenburg“ - einst das Wohnhaus des Stadtverwalters und die Zehntscheune des Gutes. – Es ist nunmehr ein Museum der besonderen Art und erinnert sowohl an den großen Sohn der Münchhausenstadt Bodenwerder als auch an die historische Stadtgeschichte. Es ist im Kern eines der ältesten Gebäude der Stadt, deren mittelalterliche Bausubstanz ansonsten weitgehend zerstört wurde. Ursprünglich als mehrstöckiger, steinerner Wohnturm mit zeittypischen Treppengiebeln erbaut, erfuhr das Gebäude mindestens drei Umbauten (um 1400/1772/1871). Die nordwestliche Mauer des ursprünglichen Bauwerkes wurde von der Stadtmauer gebildet, die bei der Notbergung 1999 in ihrem weiteren Verlauf freigelegt wurde. Dieser Zusammenhang weist ebenfalls auf eine besondere Funktion des Gebäudes hin. Aller Wahrscheinlichkeit nach handelte es sich bei dem mittelalterlichen Rittergut mit dem massiven Steinwerk um den Sitz des Homburger Stadtvogtes. Über dem Eingang des Hauses befindet sich eine Sandsteinplatte mit den Monogrammen von Hieronymus Carl Friedrich von Münchhausen und Jacobine von Münchhausen geb. von Dunten sowie die Jahreszahl des Umbaus 1772. Eine Fachwerkkonstruktion  wurde beim Umbau 1871 im Obergeschoss durch den Lohgerber Freise errichtet. Der Ausbau mit zahlreichen Dachfenstern und Luken diente der Funktion des Gebäudes als Gerberei, Lager und Trockenboden für die Häute. Das wertvolle historische Gebäude wurde sorgfältig restauriert. Seit Fertigstellung im Jahr 2003 wird dort das Münchhausen-Museum beherbergt.

Die Kapelle St. Getrudis (heute Gallerie Corvinus)

Aus den ersten Urkunden, in denen die Kapelle erwähnt wird, geht hervor, dass im Jahre 1407 der Frenkesche Lehnshof in Bodenwerder von seinem Besitzer an den Homburger Edelherrn zurückgegeben wurde. Dieser gab ihn dann wiederrum der Kirche, damit diese eine Kapelle und einen Friedhof errichtet. Die Weihe der Kapelle erfolgte im Jahre 1410. Verschiedene Bestimmungen in der historischen Urkunde regelten die Funktion der Kapelle für die Pfarrgemeinde in Bodenwerder, die zu der Zeit keine Stadtkirche besaß. Daraus geht hervor, dass die Kapelle nicht als Gotteshaus für die Stadt, sondern für das Heilig-Geist-Hospital erbaut wurde. In die nördliche Giebelseite wurde damals die Stadtmauer eingefügt. Sie war ab 1543 die erste Lateinschule, später ab 1786 wurde es als Gefängnisgebäude genutzt. Heute ist es ein Wohnhaus mit einer Galerie. 

Die Bastion

Die halbrunde Bastion der Stadtbefestigung aus dem 13. Jahrhundert gewährte mit drei weiteren hohen Festungstürmen, der Stadtmauer und dem vor der Stadtmauer fließenden Weserarm einen sicheren Schutz vor Angreifern auf die Westseite der Stadt Bodenwerder. Der Verlauf der ehemaligen Stadtmauer ist im Bereich der Gertrudiskapelle durch einen um mehrere Meter nach Westen vorspringenden Versatz gekennzeichnet. Der Eckpunkt wird durch eine stattliche Bastion gebildet. Sie hat einen rechteckigen Grundriss mit halbkreisförmigem Westabschluss, der ursprünglich in den dort vorbeifließenden Weserarm stieß. Weitere Festungstürme der ehemaligen Stadtmauer befinden sich „Im Hagen“ und am Mühlentor.

Der Torturm

Der Festungsturm am Mühlentor sicherte seit dem 13. Jahrhundert eine Brücke über den Weserarm und den einzigen Zugang auf die Weserinsel und in die Stadt. Der Weserarm, der um die Altstadt führte, wurde 1948 zugeschüttet. Der Turm hat einen rechteckigen, nahezu quadratischen Grundriss. Die Mauerstärke im Erdgeschoss beträgt ca. 155 cm. Er hat ein sehr hohes, der ehemaligen Torhöhe entsprechendes Erdgeschoss mit quer zur Straße liegendem Tonnengewölbe und einem hoch liegenden querrechteckigen Fenster auf der Westseite. Es befinden sich drei Obergeschosse im Turm, das erste ursprünglich auf Wehrgang durch Türen auf der Südseite erreichbar. Alle Obergeschosse sind mit originalen Balkendecken erhalten. Das Erdgeschoss ist ursprünglich nur vom Obergeschoss her durch eine quadratische Öffnung im Tonnengewölbe zugänglich. Der Turm hat ein Satteldach mit Senkrechtverschalung der Giebel. Dieses ist wohlmöglich nicht das Originaldach, da der Merianstich den Festungsturm mit einem Zeltdach zeigt. Weitere Festungstürme sind der Festungsturm „Im Hagen“ und die Bastion der Stadtbefestigung.

Festungsturm im Hagen

Der Festungsturm im Hagen ist ein runder Turm aus dem 13. Jahrhundert. Er ist ein Überbleibsel der damaligen Stadtmauer mit seinen Festungstürmen. Dieser hat ursprünglich am Weserarm gelegen und war durch einen im Osten stadtauswärts, parallel zum Weserarm verlaufenden Wehrgang betretbar. Der heutige Treppenaufgang ist vom Hagen erreichbar. Er besitzt eine originale rechteckige Türgewandung in Quadereinfassung. Der untere Raum des dreigeschossigen Baus besitzt ein Kuppelgewölbe und eine Mittelöffnung, die als Durchgang zu den oberen Geschossen dient. Es befinden sich je drei schmale Schlitzfenster stadtauswärts am Festungsturm. Schließlich hat er ein Kegeldach mit Sollingplattendeckung. Noch weitere Festungstürme sind der Festungsturm am Parkplatz am Mühlentor und die halbrunde Bastion der Stadtbefestigung.

 Stadtkirche St. Nikolai

Die Stadtkirche St. Nicolai wurde Anfang des 15. Jahrhunderts als dreischiffige gotische Hallenkirche erbaut und dem Heiligen Nikolaus geweiht.

Bereits 1245 wird in alten Dokumenten eine St. Nikolaus-Kapelle erwähnt, bei der es sich um die Vorgängerkirche handeln könnte, deren steinerne Fundamente bei archäologischen Ausgrabungen 1984/85 gefunden wurden.

Das heutige in Bruchsteinmauerwerk errichtete Gebäude mit dem Fachwerkgiebel im Osten wurde 1900 „gesüdet“. Die Kirche war zu klein geworden und benötigte einen Anbau. Den bekam sie im Süden, wo heute der Altar steht. Der Haupteingang wurde an die Nordseite verlegt. Damit änderte sich die damals übliche Ost-West-Ausrichtung der Kirche.
Wegen des ständig wiederkehrenden Hochwassers wurde im 19. Jahrhundert mit der Erhöhung des Straßenniveaus auch der Fußboden der Kirche um mehr als einen Meter höher gelegt.

Im Inneren bekam die Kirche in den 60er-Jahren den modernen heutigen Rahmen. Der Glasmaler Heinz Lilienthal aus Bremen schuf das eindrucksvolle Kirchenfenster mit der Szene des letzten Abendmahles. Darauf abgestimmt wurde der Altar aus Dolomitgestein, der von Bruno Schmitz, einem einheimischen Künstler, entworfen und gefertigt wurde. Von ihm stammen auch die Bronzeplatten an Kanzel und Betpult, sowie der Deckel des Taufbeckens, der Osterleuchter und das Altarkreuz.

Der Kirchturm beherbergt die wohl älteste Glocke des Kirchenkreises aus dem Jahre 1471. Sie wurde als einzige in den Kriegen nicht eingeschmolzen und verkündet zusammen mit zwei neueren Glocken noch heute Freud und Leid.

Die Klosterkirche St. Marien Kemnade

Die Klosterkirche St. Marien ist eine der schönsten romanischen Kirchen im Weserbergland. Sie wurde als kreuzförmige Pfeilerbasilika mit hohem Mittelschiff, niedrigen Seitenschiffen und einem hohen Querschiff mit ausgeschiedener Vierung aus dem hiesigen Buntsandstein gebaut und 1046 vom Bischof Bruno von Minden geweiht. Das heutige Kirchengebäude zeigt nur einen Teil der ursprünglichen Größe. 20 Meter mit integriertem kompaktem Turm gingen vermutlich im 30-jährigen Krieg verloren.

Die Klosterkirche war eine Wallfahrtskirche und wurde von Tausenden jährlich besucht. Heute ist sie Pilgerkirche am Pilgerweg Loccum-Volkenroda. Im Laufe der Jahrhunderte hat das Gotteshaus mehrere Veränderungen erfahren, unter anderem wurde 1899 ein Dachreiter als Glockenturm errichtet und 1905 im Westen ein Aufgang zur Orgel und zum Dachboden geschaffen.

Das Kircheninnere beherbergt verschiedene Kunstschätze, u.a. den dreiflügeligen Marienaltar, die Mondsichelmadonna, die Annensäule und verschiede Grabplatten sowie einen prunkvollen Sarkophag. Bis zum Jahre 1836 fanden in den Grüften der Kirche Beisetzungen statt. Auch der berühmte Sohn der Stadt, Hieronymus Carl Friedrich Freiherr von Münchhausen, genannt der „Lügenbaron“, fand hier 1797 seine letzte Ruhestätte. Eine schlichte Bodenplatte erinnert noch heute an ihn.

Die Kirche ist täglich von 10:00 - 12:00 Uhr (außer Mo., So.) und 14:30 - 16:30 Uhr geöffnet. Eventuelle Änderungen sind auf der Internetseite www.klosterkirche-kemnade.de einzusehen.

St. Dionysius

Die Gesamtansicht und Größe der ehemaligen Marktkirche ist nur noch auf dem Merianstich von Bodenwerder und Kemnade zu sehen.

Das Gotteshaus war eine schlichte in Wesersandstein errichtete Saalkirche, die erstmalig im Jahre 1352 urkundliche Erwähnung findet, da aber schon als „de olde Kerken“ (die alte Kirche) bezeichnet wird. Sie war die Kirche für die Dorfbevölkerung, die zur Klosterkirche keinen Zutritt hatte. Das änderte sich erst im Jahre 1579 nach der endgültigen Einführung der Reformation. Jetzt verlor die Marktkirche an Bedeutung. Sie zerfiel langsam, da kein Geld für ihre Instandsetzung vorhanden war. Das Kirchenschiff ist heute nicht mehr vorhanden. 1665 wurde die „Klus“, der ehemalige Altarraum, wieder aufgebaut und als Begräbnisstätte und Friedhofskapelle genutzt. Der Turm, der die Glocken beherbergte, wurde 1742 erneuert, veränderte aber sein Aussehen. 1836 wurde die Klus entweiht und sollte abgerissen werden, doch die Geldmittel dafür fehlten.

Als die Stabilität des alten Kirchturmes für die Glocken nicht mehr ausreichte, erhielt die benachbarte Klosterkirche einen Dachreiter, der seit 1899 die Glocken beherbergt. Der Turm und die Klus wurden zur Unterbringung des Leichenwagens und der Feuerspritze genutzt.

 Pigge-Haus

Das Pigge-Haus wurde 1654 als Pastorenhaus erbaut. Es ist ein dreigeschossiges Fachwerkhaus. Die dritte Etage und die beiden Dachgeschosse sind auf dem vorragenden Stichgebälk aufgesetzt. Die ersten beiden Geschosse hingegen sind auf durchgehende Ständer aufgesetzt. Ursprünglich hatte das Pigge-Haus ein großes Eingangstor mit schwerem Torsturz in der rechten Haushälfte. Durch einen Umbau des Hauses 1790 zur Buchdruckerei der Familie Pigge wurde aus dem Eingangstor eine Ladenfront. Im Erdgeschoss des Haus befand sich zur damaligen Zeit ein Buchhandel. In den anderen Geschossen waren die Druckerei und die Buchbinderei zu finden. Die wunderschöne Fassade ist mit lateinischen Balkensprüchen, die alte Weisheiten bezeugen, versehen. Heute wird das Gebäude als Geschäftshaus genutzt.

 Das älteste Wohnhaus

Das älteste Wohnhaus in Bodenwerder wurde neben der Kirche, in der Königsstraße Nr. 1, im Jahre 1484 erbaut. Es ist ein ehemaliges Durchgangsdielenhaus mit zweigeschossigen Seitenschiffen mit durchgehenden Ständern. Selten ist der Spitzbogen über dem Türeingang, auch Eselsrücken genannt. Über diesem ist in gotischen Buchstaben die Angabe des Erbauungsjahres zu lesen. Die zwei Dachgeschosse sind auf dem vorragenden Stichgebälk aufgesetzt. Die Setzschwelle des zweiten Dachgeschosses ist mit Perlenstäben und schlichten, unten abgerundeten Füllhölzern versehen. Das Haus hat einen verputzten Bruchsteinsockel. 

Das zweitälteste Bürgerhaus

Das zweitälteste Bürgerhaus der Münchhausenstadt Bodenwerder befindet sich in der Homburgstraße Nr. 50 und wurde 1550 erbaut. Es ist ein kleines, dreigeschossiges Fachwerkhaus. Das erste und zweite Geschoss sind mit durchgehenden Ständern versehen. Die dritte Etage und das Dachgeschoss sind auf den weit vorragenden Balken aufgesetzt. An der Fassade ist eine Inschrift zu lesen. Ursprünglich hatte das Haus einen rundbogigen Hauseingang. Heute finden wir einen moderneren Hauseingang mit einer kleinen Laube davor. Im 18. Jahrhundert wurde das Haus an der Hofseite durch einen schmalen Anbau verlängert. Das Gebäude hat eine ungewöhnliche Schräglage. Aber die Fachwerkkonstruktion und die mehr als 450 Jahre alten Eichenbalken geben dem Haus Sicherheit und Halt.

 Ehemalige Bremer-Lagerhäuser

Zwei ehemalige Bremer-Lagerhäuser aus den Jahren 1604 und 1624 stehen in der Weserstraße. Sie sind mit mächtigen Eichenbalken errichtet und mit bunten Rosetten geschmückt. Das rechte Lagerhaus (Nr.9) wurde von dem Bremer Überseekaufmann Jürgen Kremer und seiner verwitweten Schwester Maria Silpes errichtet. Auf den beiden Torständern befinden sich die beiden Initialen J K und M S der beiden Bauherrschaften. Die Fassade ist verziert mit Ornamenten und Inschriften. Bei dem linken Lagerhaus (Nr. 11) soll es sich wohl um das ehemalige Kramergildehaus handeln. Auf der Setzschwelle des Dachgeschosses ist eine Inschrift in lateinischen Buchstaben eingelassen. Auch diese Fassade ist mit vielen Ornamenten geschmückt. Die Balkenköpfe des Dachgeschosses sollen bärtige Männerköpfe darstellen. Heute werden beide Gebäude als Wohnhäuser genutzt.

Alte Apotheke

Die alte Apotheke in der Weserstraße ist aus dem Jahr 1625. Es ist ein kleines, traufenständiges Fachwerk-Eckhaus, das ursprünglich ein Querdielenhaus war. Der auf den Balkenköpfen vorragende Dreiecksgiebel des Hauses wurde nachträglich aufgesetzt, denn anfänglich waren alle Ständer durchgängig. Ursprünglich war der Hauseingang ein durch ein hohes, korbbogiges Einfahrtstor gekennzeichnet. Dies ist heute durch einen moderneren Hauseingang ersetzt worden. Auf den Torständern ist links ein Mörser mit Keule und rechts eine Waage zu sehen. An der Fassade sind verschiedene Inschriften, Wappen und Motive zu lesen. Im 19. Jahrhundert wurde das Gebäude wohl nach rechts um das dreifache erweitert.

Altes Fährhaus

Das alte Fährhaus steht gegenüber dem Zollhaus. An dieser Stelle wurde die Weser bis 1883 im Wechsel von Fähren, Schiffsbrücken und Brücken überquert. Im Jahre 1883 wurde weseraufwärts die erste Straßenbrücke errichtet. Danach wurde das Fährhaus nur noch als Wohngebäude genutzt. Es ist ein zweigeschossiger Bau auf einem rechteckigen, leicht abgeknickten Grundriss, bedingt durch die Anpassung an die sich zur Weser leicht öffnenden Straßenführung. Es entstand in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Das Untergeschoss ist vermutlich noch erheblich älter und war Teil der Stadtbefestigung. Das Untergeschoss ist aus Bruchsteinmauerwerk hergestellt und das Obergeschoss ist nachträglich in Fachwerkbauweise aufgesetzt worden. Die Brüstungszone ist mit Holztafeln ausgefacht. Alle Tafeln sind mit beschlagwerkähnlichen Ornamenten verziert.

 Das ergänzende ½ Pferd

Das ergänzende ½ Pferd am Dampferanleger wurde 1997 von Bonifatius Stirnberg entworfen. Es ist das Hinterteil zum halben Pferd am Münchhausen-Brunnen im Rathauspark. In der Geschichte fand Münchhausen die hintere Hälfte des Pferdes auf einer Weide wieder. Sie sprang dort munter im Gras herum. Der Regimentshufschmied heftete die beiden Teile des Pferdes mit Lorbeersprossen wieder zusammen, sodass Münchhausen weiter auf seinem Pferd reiten konnte. Diese und weitere Geschichten finden Sie in unserem Münchhausen-Museum.

Der große Münchhausen-Brunnen

Der große Münchhausen-Brunnen in der Fußgängerzone wurde 1994 vom Bildhauer Bonifatius Stirnberg aus Aachen gefertigt. Das außergewöhnliche der Brunnenanlage ist, dass die beweglichen Figuren der dargestellten Münchhausengeschichten durch den Betrachter jederzeit verändert werden können. Dieser Brunnen zeigt drei der bekanntesten Münchhausengeschichten: Das Pferd am Kirchturm, der Entenflug und der Ritt auf der Kanonenkugel. Hier ein kleiner Einblick in die Geschichten. Das Pferd am Kirchturm: Auf dem Weg nach Russland im tiefsten Winter, als alles zugeschneit war, lies Münchhausen sich mit seinem Pferd nieder und machte ein Schläfchen. Das Pferd band er an eine Baumspitze. Am nächsten Tag erwachte er mitten auf dem Kirchplatz und sein Pferd hing am Kirchturm. Der Entenflug: Eines Tages wollte Münchhausen am See Enten schießen gehen. Mit einem raffinierten Trick hatte er alle Enten an einer Leine, sodass keine wegfliegen konnte. Er wollte sie mit nach Hause nehmen, doch auf dem Weg dahin flogen sie mitsamt Münchhausen wieder Richtung See. Der Ritt auf der Kanonenkugel: Im Feldzug wollte der Marschall wissen, wie es in der Festung aussah, die sie belagerten. So stellte sich Münchhausen neben eine der Kanonen und wartete bis die nächste Kugel heraus kam, um auf sie zu springen. Er flog also auf der Kanonenkugel in Richtung Festung. Doch wie kam er da heile wieder heraus? Diese und weitere spannende Geschichten über den Münchhausen finden Sie in unserem Münchhausen-Museum.

Kemnader Fährhaus

Das Kemnader Fährhaus lag nicht immer an seinem heutigen Standort. Das Übersetzen der Fähre war damals sehr schwierig, da das Fährschiff mit Stangen über die Weser geschoben werden musste. Später hing das Fährschiff an einer Kette, die oberhalb der Fähre an einem Anker festgemacht war. 1730 wurde die Fähre vergrößert, um damit Wagen und Pferde auf die andere Seite zu transportieren. Etwa um 1850 wurde das Fährhaus am Fuße des Eckberges errichtet. 1873 drohte ein Erdrutsch das Gebäude zu vernichten. Deshalb wurde es abgerissen und am anderen Ufer der Weser, dem heutigen Standort wieder aufgebaut. Im Oktober 1976 wurde der Fährbetrieb, der bis dahin aller Wahrscheinlichkeit über tausend Jahre bestanden hatte, aufgrund der vorhandenen Brücke Bodenwerder/Kemnade eingestellt.

 






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